Illegale Mietwagen in Berlin: Versicherungsluecke fuer Fahrgaeste
von FSA24
2026-04-05
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In Berlin fahren rund 2.000 Mietwagen ohne gueltige Konzession. Fuer Fahrgaeste bedeutet das ein erhebliches Versicherungsrisiko. Warum konzessionierte Taxis den entscheidenden Vorteil haben.
2.000 Mietwagen ohne gueltige Konzession
Der Berliner Taximarkt steht unter Druck – und das nicht nur wegen des Wettbewerbs durch App-Vermittler. Das eigentliche Problem ist die Zahl der Fahrzeuge, die ohne gueltige Genehmigung unterwegs sind. Nach Schaetzungen von Branchenverbanden operieren in Berlin rund 2.000 Mietwagen ohne ordnungsgemaesse Konzession. Sie werden ueber Plattformen wie Uber, Bolt oder FreeNow vermittelt und sind aeusserlich kaum von legalen Fahrzeugen zu unterscheiden.
Behoerden ziehen die Zuegel an
Die Berliner Genehmigungsbehoerden haben auf den Missstand reagiert. In den vergangenen Monaten wurden 74 Genehmigungen widerrufen, die insgesamt 1.427 Fahrzeuge betrafen. Der Bestand der registrierten Mietwagenunternehmen in Berlin ist von ehemals 695 auf 436 gesunken. Die Gruende fuer den Widerruf: fehlende Zuverlaessigkeit, nicht eingehaltene Rueckkehrpflicht, mangelnder Versicherungsschutz oder fehlende Unternehmerlizenz.
Trotz dieser Massnahmen bleibt die Durchsetzung schwierig. Neue Unternehmen werden gegruendet, Strohmaenner eingesetzt, Fahrzeuge auf Privatpersonen zugelassen. Die Kontrolldichte reicht nicht aus, um das Problem vollstaendig zu loesen.
Das Versicherungsrisiko fuer Fahrgaeste
Fuer Fahrgaeste ist die Situation problematisch. Wer in einen konzessionslosen Mietwagen steigt, hat im Schadensfall moeglicherweise keinen vollstaendigen Versicherungsschutz:
Kfz-Haftpflicht: Die gesetzliche Kfz-Haftpflicht greift grundsaetzlich auch bei konzessionslosen Fahrzeugen – sie ist an das Fahrzeug, nicht an die Genehmigung gebunden. Personenschaeden des Fahrgasts sind damit in der Regel gedeckt.
Insassenunfallversicherung: Viele konzessionierte Taxiunternehmen schliessen eine zusaetzliche Insassenunfallversicherung ab, die unabhaengig von der Schuldfrage leistet. Bei illegalen Mietwagen fehlt dieser Schutz fast immer.
Betriebshaftpflicht: Schaeden am Gepaeck oder an persoenlichen Gegenstaenden sind ueber die Betriebshaftpflicht des Unternehmens versichert. Existiert kein ordnungsgemaess gefuehrtes Unternehmen, laeuft der Anspruch ins Leere. Der Fahrgast muesste den Fahrer persoenlich verklagen.
Regressrisiko: Versicherer koennen bei grob fahrlaessigem oder vorsaetzlichem Verstoss gegen Auflagen – etwa dem Betrieb ohne Konzession – Regress beim Halter nehmen. Der Fahrgast erhaelt zwar seine Leistung, aber die Regulierung kann sich erheblich verzoegern.
Warum konzessionierte Taxis den Vorteil haben
Konzessionierte Taxiunternehmen unterliegen strengen Auflagen: regelmaessige Fahrzeugueberpruefungen, Eichpflicht fuer Taxameter, Ortskundeprufung der Fahrer und umfassender Versicherungsschutz. Die Taxiversicherung deckt Haftpflicht, Kasko und haeufig auch Insassenunfall ab. Im Schadensfall gibt es klare Ansprechpartner und geregelte Ablaeufe.
Fuer Fahrgaeste bedeutet das: Wer ein konzessioniertes Taxi nutzt, hat die Gewissheit, dass im Ernstfall ein vollstaendiger Versicherungsschutz besteht. Das gelbe Schild auf dem Dach ist nicht nur ein Erkennungszeichen, sondern ein Qualitaetsmerkmal.
Was Taxiunternehmer daraus lernen koennen
Der Wettbewerb durch illegale Mietwagen ist aergerlich, aber er bietet auch eine Chance: Taxiunternehmen koennen den Versicherungsvorteil aktiv kommunizieren. Fahrgaeste, die um das Risiko wissen, waehlen bewusst das regulierte Angebot. Unsere Schadenbeispiele zeigen, wie sich das in der Praxis auswirkt.
Wer seinen eigenen Versicherungsschutz optimieren moechte, findet ueber unseren KFZ-Rechner aktuelle Tarife im Vergleich.
Quellen: Senatsverwaltung fuer Mobilitaet, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Berlin, Taxiverband Berlin-Brandenburg e.V., Innung des Berliner Taxigewerbes, Berichte RBB und Tagesspiegel 2025.
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