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LKW-Maut ab 7,5 Tonnen 2026: neue Tarife, CO2-Aufschlag, Betriebsausgabe – und wo die Versicherung plötzlich mitspielt

von FSA24


  2026-04-21

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Die deutsche LKW-Maut gilt seit 2024 flächendeckend für Fahrzeuge ab 7,5 t zulässiger Gesamtmasse. 2026 treibt die CO2-Komponente die Mautkosten weiter. Welche Tarif-Komponenten die Kilometerkosten treiben, wie Maut steuerlich verbucht wird – und warum Maut-Verstöße auch ein Versicherungsthema sind.

Wer ist seit 2024 mautpflichtig?

Die deutsche LKW-Maut gilt für gewerbliche Güterkraftverkehre auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen ab zulässiger Gesamtmasse (zGM) von 7,5 Tonnen. Bis Ende 2023 lag die Schwelle bei 7,5 t auf Autobahnen und teilweise 7,5 t auf ausgewählten Bundesstraßen; seit 1. Juli 2024 ist die Mautpflicht für Fahrzeuge ab 7,5 t flächendeckend auf rund 53.000 Kilometern Bundesfernstraßen aktiv.

Ausgenommen sind unter anderem:

  • Land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge bis 40 km/h
  • Einsatzfahrzeuge von Rettung, Polizei, Feuerwehr, Zoll, Bundeswehr
  • Kraftomnibusse
  • Fahrzeuge mit ausschließlicher Nutzung durch nicht-gewerbliche Werkverkehre unter definierten Sonderbedingungen (begrenzt)

Die Erhebung erfolgt über das Toll-Collect-System – mit OBU (On-Board-Unit) an Bord oder manueller Einbuchung. Seit Dezember 2023 ist die CO2-Komponente Teil des Mautsatzes, seit Juli 2024 gilt die 7,5-t-Flächenregelung.

Die fünf Komponenten des aktuellen Mautsatzes

Der Mautsatz pro Kilometer setzt sich 2026 aus bis zu fünf Komponenten zusammen:

Komponente Wofür Größenordnung*
Infrastrukturkosten Abnutzung der Straße ca. 8–17 ct/km
Luftverschmutzung (PM/NOx) Emissionsklassenabhängig ca. 1–4 ct/km
Lärmbelastung Pauschal ca. 0,2 ct/km
CO2-Komponente (seit 12/2023) 200 €/t CO2 × Emissionsfaktor ca. 12–25 ct/km
Mehraufwand Sonderstrecken Tunnel/Brücken situativ

*Nur Größenordnung; die exakten Mautsätze sind von Achszahl, Emissionsklasse und Streckenart abhängig und werden durch das Bundesverkehrsministerium festgesetzt. Verbindliche Werte stehen bei Toll Collect.

Die CO2-Komponente ist 2026 der mit Abstand preistreibendste Faktor. Dieselbetriebene Fahrzeuge tragen die volle CO2-Abgabe, batterieelektrische LKW waren bis Ende 2025 vollständig befreit und zahlen ab 2026 stufenweise steigende Anteile. Die Mehrkosten für dieselbetriebene 40-Tonner liegen allein durch CO2 bei grob 4.000–8.000 € zusätzlich pro Jahr und Fahrzeug, je nach Fahrleistung.

Mautklassen: warum der Fuhrpark strategisch werden muss

Die Mauthöhe hängt an zwei Fahrzeugmerkmalen:

Achszahl

  • 2 Achsen (meist 7,5 – 18 t)
  • 3 Achsen
  • 4 Achsen und mehr (typische Sattelzüge)

Mehr Achsen bedeuten höhere Infrastrukturabnutzung – also höhere Infrastrukturkomponente.

Emissionsklasse (Schadstoffklasse)

  • EEV/Klasse 1 bis Klasse 6 (früher Euro 0 bis Euro VI)
  • Elektro-LKW: separate Klassifizierung mit starker Mautermäßigung

Ein Euro-VI-Sattelzug zahlt deutlich weniger als ein Euro-V-Fahrzeug. Die Maut-Mehrkosten eines alten Fahrzeugs können binnen zwei Jahren die Anschaffungsdifferenz zu einem Neufahrzeug ausgleichen. Für Flottenmanager wird die Maut damit zu einem zentralen Parameter in der Investitionsrechnung – zusammen mit der Kaskoprämie, die bei Neufahrzeugen anders kalkuliert wird.

Maut steuerlich – Betriebsausgabe, nicht Vorsteuer

LKW-Maut ist für gewerbliche Fuhrparkbetreiber vollständig abzugsfähige Betriebsausgabe. Sie wird als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht.

Wichtig: Die Maut enthält keine Umsatzsteuer – sie ist eine Infrastrukturabgabe, kein entgeltliches Leistungsentgelt. Die Rechnung von Toll Collect weist entsprechend keine Umsatzsteuer aus, es gibt keinen Vorsteuerabzug. Wer Maut in der Buchhaltung als Vorsteuer-Position behandelt, produziert einen systematischen Fehler, der bei Betriebsprüfungen regelmäßig entdeckt wird.

Maut-Verstöße und Versicherung – wo sich das Feld überschneidet

Maut-Verstöße (Umgehung des Mautsystems, falsche Achs- oder Emissionsklasse, manipulierte OBU) sind in erster Linie ein bußgeld- und strafrechtliches Thema. Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) ahndet Verstöße mit Bußgeldern, bei vorsätzlicher Umgehung auch strafrechtlich.

Drei versicherungs­relevante Anknüpfungspunkte:

1. Obliegenheitsverletzung gegenüber dem Versicherer

Viele Verkehrshaftungs- und Betriebshaftpflicht-Policen enthalten Klauseln zur rechtmäßigen Auftragsausführung. Wiederholte Maut-Hinterziehung kann als Obliegenheitsverletzung gewertet werden und – unter bestimmten Voraussetzungen – zur teilweisen oder vollständigen Leistungsfreiheit des Versicherers führen. Der Mechanismus ist in der Wiki-Erläuterung zur Obliegenheitsverletzung und Leistungsfreiheit zusammengefasst.

2. Haftung für Subunternehmer

Wer gewerblich Subunternehmer einsetzt, die Maut nicht korrekt abführen, kann in die Mithaftung geraten. Die Rechtsprechung zum Auswahlverschulden beim Subunternehmer (OLG München) zeigt, dass mangelhafte Compliance-Prüfung des Auftragnehmers eigene Haftungsrisiken begründet – Maut-Compliance gehört 2026 zum Standard-Audit.

3. Fahrzeugklassifizierung und Kfz-Versicherung

Wer in der Antragstellung der Kfz-Versicherung eine andere Emissionsklasse angibt, als in den Mautdaten dokumentiert, produziert einen Dokumentenwiderspruch, der im Schadenfall Fragen aufwirft. Konsistente Angaben zwischen Zulassung, Mautklassifizierung und Kfz-Versicherung sind Pflichtteil der Fuhrpark-Hygiene.

2026 konkret: drei Dinge, die jeder Fuhrparkleiter einplant

Erstens: Die CO2-Komponente wird weiter steigen. Wer heute Ersatzbeschaffungen für Euro-V-Fahrzeuge plant, sollte die Total-Cost-of-Ownership über 5 Jahre rechnen – inklusive Maut und Kaskoprämie.

Zweitens: Für batterieelektrische LKW entfällt die CO2-Komponente, die Mautermäßigung läuft aber schrittweise aus. Der Maut-Vorteil von E-LKW ist ein reales Investitionsargument, das gegen den höheren Anschaffungspreis gegengerechnet werden muss. Versicherungstechnisch sind E-LKW als eigene Risikokategorie zu betrachten (Hochvoltbatterie-Risiken, Reparaturkosten).

Drittens: Das Mautrechnungs-System liefert strukturierte Daten zu Fahrleistung, Streckenprofil und Emissionsklasse. Diese Daten sind für den Versicherer als Risiko-Nachweis wertvoll – Flotten, die belegen können, dass sie strukturiert mauttreu fahren und ihre Euro-VI-Anteile erhöhen, können bei der Vertragsgestaltung argumentieren.

Prämie sofort prüfen – auch für Maut-günstige Fuhrparks

Wer Euro-VI-Fahrzeuge betreibt und die Kfz-Versicherung konsequent auf den aktuellen Fuhrpark abstimmt, spart doppelt: bei der Maut durch günstige Emissionsklasse und bei der Prämie durch aktuelle Fahrzeugdaten. Auf unserem KFZ-Rechner bekommen Sie die Preise sofort – ohne Anmeldung, ohne dass wir Ihre Kundendaten brauchen. Als unabhängiger Makler speziell für LKW-Betreiber sorgen wir dafür, dass Mautklassifizierung, Zulassungsdaten und Versicherungsangaben konsistent sind – so wird aus „LKW-Kosten" eine transparente, im Jahresverlauf steuerbare Größe.


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