Kilometersatz berechnen – was Spediteure wissen müssen
von FSA24
2026-04-12
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Der richtige Kilometersatz entscheidet über Gewinn oder Verlust. Welche Kosten einfließen müssen und wie Sie den Break-even berechnen.
Kilometersatz berechnen – was Spediteure wissen müssen
Viele Transportunternehmer kalkulieren ihren Kilometersatz nach Bauchgefühl – oder übernehmen den Preis, den der Markt gerade hergibt. Beides ist gefährlich: Wer seine tatsächlichen Kosten nicht kennt, fährt möglicherweise mit Verlust, ohne es zu merken.
Welche Kosten fließen in den Kilometersatz?
Ein vollständiger Kilometersatz muss alle Kostenblöcke abdecken:
1. Personalkosten (größter Posten: 30–40 %)
- Bruttolohn des Fahrers
- Arbeitgeber-Sozialabgaben (ca. 21 %)
- Berufsgenossenschaft
- Spesen und Verpflegungsmehraufwand (14 €/Tag bei >8h, 28 €/Tag bei >24h Abwesenheit)
2. Kraftstoffkosten (25–35 %)
- Dieselverbrauch × Dieselpreis (netto)
- AdBlue-Kosten
- Bei starken Preisschwankungen: Dieselfloater-Klausel im Vertrag
3. Fahrzeugkosten (15–25 %)
- KFZ-Versicherung (Haftpflicht + Kasko)
- KFZ-Steuer
- Finanzierung oder Leasing
- Wartung und Reparatur
- Reifenkosten (3–5 Ct/km)
- Abschreibung (bei Kauf)
4. Betriebskosten (10–15 %)
- Maut – seit 2024 der am stärksten gestiegene Posten. Ein 40-Tonner zahlt je nach Schadstoffklasse 22 bis 36 Cent pro Kilometer
- Verwaltungskosten (anteilig)
- Sonstige (Telefon, Ladungssicherung, Arbeitskleidung)
5. Leerfahrtenanteil
Nicht jeder Kilometer ist berechenbar. Der Leerfahrtenanteil liegt typischerweise bei 10–20 %. Diese Kilometer müssen über die beladenen Kilometer finanziert werden.
Die Break-even-Formel
Break-even km-Satz = Gesamte Betriebskosten (EBITDA) ÷ Beladene Kilometer pro Monat
Beispiel:
- Gesamtkosten (ohne AfA/Finanzierung): 14.000 €/Monat
- Gesamt-km: 10.500 km/Monat (500 km × 21 Tage)
- Beladene km: 8.925 km (85 %, 15 % Leerfahrten)
- Break-even: 14.000 ÷ 8.925 = 1,57 €/km
Unter 1,57 €/km machen Sie Verlust. Für 5 % Gewinnmarge brauchen Sie 1,65 €/km. Für 10 % Marge: 1,73 €/km.
Warum EBITDA statt Gesamtkosten?
Für Frachtverhandlungen ist der EBITDA-basierte Break-even der richtige Wert. EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) zeigt die operativen Kosten – ohne Finanzierungsentscheidungen und buchhalterische Abschreibungen. Das ist der Wert, den Sie dem Auftraggeber transparent machen können.
Typische Kilometersätze 2026
| Fahrzeugtyp | Break-even (ca.) | Marktpreis (ca.) |
|---|---|---|
| Sattelzug 40t, Fernverkehr | 1,50–1,80 €/km | 1,60–2,20 €/km |
| LKW 12t, Nahverkehr | 1,20–1,50 €/km | 1,30–1,70 €/km |
| Transporter 3,5t | 0,80–1,10 €/km | 0,90–1,30 €/km |
| Kühlfahrzeug 40t | 1,80–2,20 €/km | 2,00–2,60 €/km |
Achtung: Diese Werte schwanken stark je nach Dieselpreis, Region und Auftragslage. Berechnen Sie Ihren individuellen Satz mit unserem Ertragsrechner.
Häufige Fehler bei der Kalkulation
- Maut vergessen – seit dem CO₂-Aufschlag Ende 2023 macht die Maut bis zu 20 % der Gesamtkosten aus
- Leerfahrten ignoriert – wer 15 % Leerfahrten hat, muss 18 % mehr pro beladenem Kilometer verlangen
- Sozialabgaben unterschätzt – der Arbeitgeber zahlt 21 % auf den Bruttolohn. Bei 4.300 € brutto sind das 903 €/Monat extra
- Dieselpreis von gestern – bei 2,00 €/l netto kostet ein 40-Tonner mit 29 l/100 km allein 0,58 €/km an Diesel
- Gewinnmarge weglassen – kostendeckend fahren bedeutet null Gewinn. Planen Sie mindestens 5–8 % Marge ein
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