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Was ist im Schadenfall bei nationalen Transporten (HGB §§407–450) zu beachten?

von FSA24


  2026-03-02

HGB Frachtführer Schadenfall nationale Transporte Schadenmeldung Beweislast 7 Kalendertage Schadenprotokoll Frachtführerversicherung Verkehrshaftungsversicherung qualifiziertes Verschulden


Bei nationalen Transportschäden nach HGB gelten strenge Fristen und Regeln: Sofortige Dokumentation, 7 Kalendertage bei verdeckten Schäden – und niemals eigenständig Ansprüche anerkennen.

Sofortmaßnahmen bei Ablieferung

Bei einem Transportschaden im nationalen Frachtverkehr nach HGB gelten klare Regeln, die Sie als Frachtführer kennen müssen, um Ihren Versicherungsschutz nicht zu gefährden.

Äußerlich erkennbare Schäden müssen sofort bei der Ablieferung dokumentiert und dem Absender angezeigt werden. Halten Sie den Schaden mit Fotos fest und lassen Sie sich die Beschädigung vom Empfänger auf dem Frachtbrief oder einem Schadenprotokoll bestätigen.

Verdeckte Schäden: 7-Kalendertage-Frist

Werden Schäden erst nach der Ablieferung entdeckt, muss die Anzeige innerhalb von 7 Kalendertagen nach der Ablieferung erfolgen (§ 438 Abs. 2 HGB). Wichtig: Es zählen Kalendertage, also einschließlich Sonn- und Feiertage.

Vorteil bei fristgerechter Anzeige: Nach HGB greift bei rechtzeitiger Schadenanzeige eine gesetzliche Vermutung zugunsten des Empfängers, dass der Schaden während des Transports entstanden ist. Der Frachtführer muss dann beweisen, dass der Schaden nicht in seiner Obhut entstanden ist.

Haftung des Frachtführers

Die Haftung des Frachtführers ist nach § 431 HGB auf 8,33 SZR pro Kilogramm des Rohgewichts der beschädigten oder verlorenen Sendung begrenzt. Bei qualifiziertem Verschulden nach § 435 HGB entfällt diese Begrenzung.

→ Siehe auch: Unterschiede Frachtführer vs. Spediteur | Schadenfall bei internationalen Transporten (CMR)

Schadenmeldung an den Versicherer

Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrer Verkehrshaftungsversicherung bzw. Frachtführerversicherung. Folgende Unterlagen sollten Sie bereithalten:

  • Frachtbrief / Frachtauftrag
  • Fotos des Schadens und der Verpackung
  • Schadenprotokoll mit Unterschrift des Empfängers
  • Rechnung über den Warenwert
  • Ggf. Korrespondenz mit dem Auftraggeber

Wichtig: Was Sie vermeiden sollten

Erkennen Sie Haftungsansprüche niemals eigenständig an und leisten Sie keine Zahlungen ohne Rücksprache mit Ihrem Versicherer. Ein eigenmächtiges Anerkenntnis kann Ihren Versicherungsschutz gefährden.


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