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Fernbus verliert Rad auf der Autobahn – Rad trifft PKW

von FSA24


  2026-04-10

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Einem Fernbus löst sich auf der Autobahn ein Hinterrad. Das Rad trifft einen entgegenkommenden PKW. Zwei Schwerverletzte, 350.000 € Schaden.

Fernbus verliert Rad auf der Autobahn – Rad trifft PKW

Ein Fernbus verliert auf der A7 bei Tempo 100 ein Hinterrad. Das 80 Kilogramm schwere Rad überquert den Mittelstreifen und trifft einen entgegenkommenden PKW frontal. Zwei PKW-Insassen werden schwer verletzt. Gesamtschaden: 350.000 Euro.


Was ist passiert?

Morgens um 6:15 Uhr fährt ein Fernbus mit 52 Fahrgästen auf der A7 Richtung Hamburg. Plötzlich löst sich das rechte Hinterrad der Hinterachse. Der Bus sackt auf einer Seite ab, der Fahrer bremst kontrolliert und bringt den Bus auf dem Standstreifen zum Stehen.

Das gelöste Rad (ca. 80 kg mit Reifen) rollt über die Fahrbahn, überquert den Grünstreifen und trifft auf der Gegenfahrbahn einen PKW frontal. Die Windschutzscheibe des PKW wird durchschlagen. Fahrer und Beifahrer werden schwer verletzt.

Die Untersuchung ergibt: Die Radmuttern waren nicht ordnungsgemäß nachgezogen worden. Die letzte Reifenmontage lag 3 Wochen zurück – die vorgeschriebene Nachkontrolle nach 50 km wurde nicht dokumentiert.

Die Schäden

Position Betrag
Busschaden (Achse, Aufhängung, Karosserie) 22.000 €
Totalschaden PKW 35.000 €
Personenschäden PKW-Insassen (2 Schwerverletzte) 220.000 €
Schmerzensgeld 40.000 €
Autobahnreparatur (Leitplanke, Belag) 8.000 €
Bergung und Sperrung 6.000 €
Gutachten, Anwälte 9.000 €
Ersatzbus für laufende Fahrten 10.000 €
Gesamtschaden 350.000 €

Was zahlt die Versicherung?

Haftpflicht

Die gesamten Drittschäden (303.000 €) werden über die KFZ-Haftpflicht des Fernbusunternehmens reguliert. Der Wartungsmangel (nicht nachgezogene Radmuttern) ist ein klares Organisationsverschulden des Unternehmens.

Regress

Der Versicherer wird prüfen, ob ein Regress gegen das Unternehmen oder die Werkstatt möglich ist – wegen grober Fahrlässigkeit (unterlassene Nachkontrolle). Bei nachgewiesenem Organisationsverschulden kann der Versicherer bis zu 5.000 Euro Regress nehmen.

Strafrechtliche Konsequenzen

Zusätzlich drohen strafrechtliche Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Geschäftsführer und den verantwortlichen Werkstattleiter.

Was lernen wir daraus?

  1. Radmuttern-Nachkontrolle ist Pflicht – nach jedem Radwechsel müssen die Radmuttern nach 50 km mit dem korrekten Drehmoment nachgezogen werden. Dokumentation ist Pflicht.
  2. Wartungsprotokolle lückenlos führen – im Schadenfall sind Wartungsprotokolle der wichtigste Entlastungsbeweis.
  3. Hohe Deckungssumme – bei zwei Schwerverletzten können die Personenschäden leicht sechsstellig werden. 100 Mio. Euro pauschal sind das Minimum.
  4. Organisationsverschulden vermeiden – der Geschäftsführer haftet persönlich, wenn Wartungsprozesse nicht etabliert oder nicht kontrolliert werden.

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