Brauche ich eine Versicherung beim Umzug mit privaten Helfern?
von FSA24
2026-03-31
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Beim Umzug in Eigenregie mit Freunden oder Familie greifen keine gesetzlichen Haftungsregeln für Frachtführer. Welche Versicherungen Sie dennoch schützen.
Wer seinen Umzug mit Freunden, Verwandten oder Bekannten selbst organisiert, spart Geld – geht aber ein erhebliches Risiko ein. Denn bei einem privat organisierten Umzug gelten die Haftungsvorschriften der §§ 451 ff. HGB nicht. Diese betreffen ausschließlich gewerbliche Umzugsunternehmen. Was passiert also, wenn ein Freund beim Tragen den Fernseher fallen lässt?
Das Problem der Gefälligkeitsleistung
Helfen Freunde oder Familienmitglieder beim Umzug, handelt es sich rechtlich um eine sogenannte Gefälligkeitsleistung. Das bedeutet: Es besteht kein Vertragsverhältnis, und der Helfer haftet grundsätzlich nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Einfache Ungeschicklichkeiten – wie das Abrutschen eines Kartons – begründen in der Regel keinen Schadensersatzanspruch. Die Rechtsprechung geht davon aus, dass bei einer Gefälligkeit ein stillschweigender Haftungsausschluss vereinbart ist.
Privathaftpflichtversicherung prüfen
Auch wenn die Haftung des Helfers eingeschränkt ist, kann dessen Privathaftpflichtversicherung unter Umständen einspringen. Allerdings schließen viele Privathaftpflichtversicherungen sogenannte Gefälligkeitsschäden aus. Neuere Tarife enthalten diese Deckung häufig als Zusatzbaustein. Es lohnt sich, vor dem Umzug die Versicherungsbedingungen der Helfer zu prüfen.
Unfallrisiko für Helfer
Neben Sachschäden besteht beim Umzug auch ein erhebliches Unfallrisiko. Schwere Möbel, steile Treppen und enge Flure sind typische Gefahrenquellen. Private Umzugshelfer sind in der Regel nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Ein schwerer Unfall kann für den Helfer – und unter Umständen auch für den Auftraggeber – erhebliche finanzielle Folgen haben. Es empfiehlt sich daher, eine kurzzeitige Unfallversicherung für die Helfer abzuschließen.
Transportversicherung für den Eigenumzug
Für den Schutz Ihres Umzugsguts können Sie auch beim privat organisierten Umzug eine Transportversicherung abschließen. Diese deckt Schäden an Ihrem Hausrat während des Transports ab – unabhängig davon, wer den Schaden verursacht hat. Die Kosten sind überschaubar und stehen in keinem Verhältnis zum möglichen Schaden an wertvollem Mobiliar oder empfindlicher Elektronik.
Mietwagen-Versicherung nicht vergessen
Falls Sie für den Umzug einen Transporter mieten, prüfen Sie den Versicherungsschutz des Mietfahrzeugs genau. Die Standard-Kaskoversicherung vieler Mietwagenfirmen enthält hohe Selbstbeteiligungen. Schäden am Laderaum sind häufig gar nicht versichert. Auch die Ladung selbst ist über die Kfz-Versicherung des Transporters grundsätzlich nicht mitversichert.
Fazit
Beim Umzug in Eigenregie tragen Sie das volle Risiko selbst. Eine separate Transportversicherung für den Hausrat und eine kurzzeitige Unfallversicherung für die Helfer sind sinnvolle Vorsorgemaßnahmen, die im Schadensfall vor erheblichen finanziellen Belastungen schützen.
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